Sensationelle Braunviehkühe auf der RBW-Schau 2016

Mit einem Aufgebot von weit mehr als 200 Kühen der Rassen Fleckvieh, Holsteins und Braunvieh luden die Züchter der RBW erneut im zweijährigen Turnus interessierte Kollegen und Freunde der Rinderzucht in die Arena Hohenlohe zur RBW-Schau 2016 ein. Der große Vorbereitungsaufwand wurde mit sehr gutem Besuch belohnt, so kamen 2000 Besucher um sich ein Bild vom aktuellen Stand der Rinderzucht in Baden-Württemberg zu machen. Erfreulicher Weise konnten viele internationale Gäste sowie viele Freunde der Rinderzucht aus anderen deutschen Zuchtgebieten begrüßt werden.

Am Schautag wurde in gewohnter Weise in zwei Ringen gerichtet, so war es möglich, vor allem dank der zügigen Richtentscheidungen in der Zeitspanne von 5 Stunden die mehr als 200 Kühe zu richten und genug Zeit zu haben, der Qualität der Tiere ausreichend Rechnung zu tragen. Ein großer Verdienst vor allem der Preisrichter der Schau. Fleckvieh wurde gerichtet von Johann Ratzberger aus Österreich, Holsteins von Torben Melbaum, Hasselünne und Braunvieh von Ernst Grabner, Niederösterreich. Alle drei machten die Schau zu einem Erlebnis und bestachen durch präzise Kommentare und zeigten Richtdarbietungen auf höchstem Niveau.

Für die Rasse Braunvieh gingen knapp 60 Kühe an den Start und zeigten ein sehr einheitliches und hochwertiges Schaukontingent, das vor allem von heimischen Bullen bestimmt war. Prägender Bulle war natürlich Payssli, der allein mit 12 Töchtern angetreten war, aber auch Bullen wie Viff, Vassli, Julau und Easton sollten eine große Rolle spielen. Die drei Jungkuhklassen der Erstkalbskühe wurden von der Vigor-Tochter Memorie von Jürgen Held, Donaustetten und den beiden bekannten Schaukühen Viff-Tamina von Friedrich Sauter, Krattenweiler sowie Julau-Alpengirl von Markus und Kerstin Mock, Markdorf gewonnen. Diese beiden Kühe, die bereits in der Vergangenheit gegeneinander angetreten waren, machten auch den Siegertitel unter sich aus. Erneut musste sich die Viff-Tochter Tamina der Julau-Tochter Alpengirl geschlagen geben, da diese durch deutlich mehr Kapazität und Breite im Körper aber auch im Hintereuter überzeugen konnte. Die zwei Klassen der Zweikalbskühe wurden von der harmonischen Huxoy-Tochter Indina von Friedrich Sauter, Krattenweiler und der sehr jugendlichen Payssli-Tochter Ellen von Bernhard Fuchs, Argenbühl gewonnen. Bei der Wahl zum Sieger entschied sich Ernst Grabner schlußendlich für die feinzelligere, jugendlichere Kuh und machte Ellen vor Indina zur Siegerin jung.

Bei den mittleren Kuhklassen traten Dritt- und Viertkalbskühe in zwei Klassen gegeneinander an. Die erste Klasse wurde klar von der stabilen und breit ausgelegten Easton-Tochter Forteas der Albinger GbR, Winterreute gewonnen, die zweite Klasse ging an die bekannte Payoff-Laureen von Friedrich Sauter, Krattenweiler, die sich auch den Siegertitel sichern konnte, da sie etwas bessere Übergänge zeigte und sich aufgrund des Euterbodens noch vor Easton-Forteas setzen konnte. Die alten Kühe Braunvieh zeigten eine große Besonderheit, da neben den zwei Einzelklassen noch drei 100.000 kg Kühe gezeigt und geehrt werden konnten. In den Einzelklassen konnten sich die ganz unverbrauchten Fünftkalbskühe Husir-Artesir der Albinger GbR, Winterreute sowie Egiz-Ruth der DornBohner GbR, Hittisweiler durchsetzen und machten auch den Kampf um den Siegertitel unter einander aus. Schließlich konnte die etwas tiefere, besser entwickelte Artesir den Siegertitel holen, Reservesiegerin wurde Ruth. Ein besonders schönes Bild ergaben die 100.000 kg Kühe, die Kühe Jublend-Grisa und Vinozak-Norma von Franz und Andreas Denzel, Eberhardzell sowie die Ellection-Tochter Ruanda von Josef Bentele, Grünkraut. Alle drei zeigten sich mit 9 Kälbern völlig unverbraucht und mobil, sie konnten die Zuchtprogramme auf Langlebigkeit unterstreichen, zumal Ellection Ruanda die Urgroßmutter eines der höchsten Braunviehbullen der aktuellen GZL-Liste ist, des Bullen Vito.

Bei der Wahl der Eutersiegerin entschied sich Ernst Grabner für die Kuh mit dem breitesten Hintereuter, dem längsten Vordereuter und machte konsequenter Weise Julau-Alpengirl von Markus und Kerstin Mock, Markdorf zur Eutersiegerin. Diese konnte nicht nur durch ihr breites Euter, sondern auch durch mehr Körper und Reife in der Entwicklung überzeugen und sicherte sich schließlich auch den Grand Championtitel der Rasse Braunvieh. Einen ausführlichen Bericht und die Gesamtplatzierungsliste finden Sie auf der Homepage der RBW.

Champion Braunvieh Alpengirl

Champion Braunvieh Alpengirl

ARGE Deutsches Braunvieh